Natursteinsanierung Glossar
Umfassendes Glossar zur Natursteinsanierung
Einleitung
Dieses Glossar bietet einen umfassenden Ăberblick ĂŒber die wichtigsten Begriffe, Verfahren und Materialien im Bereich der Natursteinsanierung. Es richtet sich an Hausbesitzer, Architekten, Bauherren und alle, die sich fĂŒr die professionelle Pflege und Instandhaltung von Naturstein-, Kunststein- und anderen mineralischen OberflĂ€chen interessieren.
Die hier zusammengetragenen Informationen basieren auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Steinsanierung und sollen Ihnen helfen, die Welt der Steinpflege besser zu verstehen. Von der Auswahl des richtigen Materials ĂŒber die verschiedenen Sanierungsverfahren bis hin zu typischen Problemen und deren Lösungen â hier finden Sie fundiertes Fachwissen verstĂ€ndlich erklĂ€rt.
Steinarten
Natursteine
Marmor â
Ein metamorphes Gestein, das hauptsĂ€chlich aus Calcit, Aragonit oder Dolomit besteht. Marmor ist fĂŒr seine charakteristische Ăderung und seine elegante Optik bekannt. Aufgrund seiner Zusammensetzung ist er jedoch sĂ€ureempfindlich und relativ weich (MohshĂ€rte 3-4), was ihn anfĂ€llig fĂŒr Kratzer, Flecken und VerĂ€tzungen macht. Besonders in KĂŒchen und Badezimmern erfordert Marmor eine regelmĂ€Ăige ImprĂ€gnierung und sachgemĂ€Ăe Pflege. Durch professionelles Schleifen und Polieren kann die ursprĂŒngliche Schönheit auch nach Jahren intensiver Nutzung wiederhergestellt werden. Marmor wird hĂ€ufig fĂŒr BodenbelĂ€ge, Treppen, FensterbĂ€nke und Arbeitsplatten verwendet.
Granit â
Ein hartes, magmatisches Gestein, das sehr widerstandsfĂ€hig gegen Abrieb, Kratzer und SĂ€uren ist. Mit einer MohshĂ€rte von 6-7 gehört Granit zu den hĂ€rtesten Natursteinen und eignet sich daher hervorragend fĂŒr stark beanspruchte Bereiche wie KĂŒchenarbeitsplatten, BodenbelĂ€ge in Eingangsbereichen und AuĂenbereiche. Granit ist in vielen Farben und Strukturen erhĂ€ltlich â von hellem Grau ĂŒber Rot und GrĂŒn bis hin zu tiefem Schwarz. Die dichte Struktur macht ihn weniger porös als andere Natursteine, dennoch empfiehlt sich eine ImprĂ€gnierung zum Schutz vor Flecken. Durch seine Robustheit ist Granit besonders pflegeleicht und langlebig.
Sandstein â
Ein Sedimentgestein, das hauptsĂ€chlich aus miteinander verbundenen Sandkörnern besteht. Sandstein ist relativ porös und kann Wasser aufnehmen, was ihn anfĂ€llig fĂŒr Verwitterung, FrostschĂ€den und Moosbewuchs macht. Die Farbpalette reicht von Beige und Gelb ĂŒber Rot bis hin zu Grau und Braun. Aufgrund seiner offenporigen Struktur benötigt Sandstein eine regelmĂ€Ăige ImprĂ€gnierung, besonders im AuĂenbereich. Bei der Reinigung sollten aggressive Reinigungsmittel vermieden werden, da sie die OberflĂ€che angreifen können. Sandstein wird hĂ€ufig fĂŒr Fassaden, Terrassen, Gartenmauern und historische GebĂ€ude verwendet.
Schiefer â
Ein feinkörniges, blĂ€ttriges, homogenes metamorphes Gestein, das aus Ton- oder Vulkangestein entstanden ist. Schiefer ist fĂŒr seine charakteristische Spaltbarkeit bekannt, die es ermöglicht, ihn in dĂŒnne Platten zu spalten. Diese Eigenschaft macht ihn ideal fĂŒr Dacheindeckungen, BodenbelĂ€ge und Wandverkleidungen. Schiefer ist relativ hart und widerstandsfĂ€hig, kann jedoch bei unsachgemĂ€Ăer Behandlung abschiefern. Die natĂŒrliche, raue OberflĂ€che verleiht RĂ€umen einen rustikalen, authentischen Charakter. Farblich dominieren Grau-, Schwarz- und GrĂŒntöne. Eine ImprĂ€gnierung schĂŒtzt vor Flecken und erleichtert die Pflege.
Kalkstein â
Ein Sedimentgestein, das hauptsĂ€chlich aus Calciumcarbonat besteht. Ăhnlich wie Marmor ist Kalkstein sĂ€ureempfindlich und relativ weich (MohshĂ€rte 3-4). Bekannte Beispiele sind der Solnhofener Plattenkalk und Travertin. Kalkstein hat eine warme, natĂŒrliche Ausstrahlung und wird hĂ€ufig fĂŒr BodenbelĂ€ge, Fassaden und Treppen verwendet. Die poröse Struktur macht eine ImprĂ€gnierung unerlĂ€sslich, um das Eindringen von FlĂŒssigkeiten und Schmutz zu verhindern. Bei der Reinigung sollten ausschlieĂlich pH-neutrale Reinigungsmittel verwendet werden. Durch professionelles Schleifen können Kratzer und matte Stellen entfernt werden.
Travertin â
Eine Form von Kalkstein, die sich aus SĂŒĂwasserquellen ablagert. Travertin hat eine charakteristische poröse Struktur mit sichtbaren HohlrĂ€umen, die entweder offen gelassen oder mit FĂŒllmaterial verschlossen werden können. Diese einzigartige Optik macht Travertin besonders beliebt fĂŒr mediterrane und klassische Designs. Er wird hĂ€ufig fĂŒr BodenbelĂ€ge und Verkleidungen im Innen- und AuĂenbereich verwendet. Aufgrund der PorositĂ€t muss Travertin unbedingt imprĂ€gniert werden, um ihn vor Flecken und Feuchtigkeit zu schĂŒtzen. Die warmen Beige- und Brauntöne verleihen RĂ€umen eine zeitlose Eleganz.
Cotto / Terracotta â
Italienisch fĂŒr "gebrannte Erde". Cotto ist ein unglasiertes Keramikmaterial, das aus Ton gebrannt wird. Es ist stark porös und muss in der Regel imprĂ€gniert oder geölt werden, um es vor Flecken zu schĂŒtzen. Die charakteristische rotbraune bis orangefarbene Tönung verleiht RĂ€umen eine warme, mediterrane AtmosphĂ€re. Cotto wird traditionell in Italien hergestellt und findet vor allem in LandhauskĂŒchen, WintergĂ€rten und historischen GebĂ€uden Verwendung. Die OberflĂ€che kann matt oder leicht glĂ€nzend sein. RegelmĂ€Ăige Pflege mit speziellen Ălen oder Wachsen erhĂ€lt die natĂŒrliche Schönheit.
Kunststeine
Terrazzo â
Ein Verbundwerkstoff, der aus Marmor-, Quarz-, Granit- oder Glasfragmenten besteht, die in einem Bindemittel (Zement oder Polymer) eingebettet sind. Terrazzo ist sehr langlebig und kann durch Schleifen und Polieren immer wieder in seinen ursprĂŒnglichen Zustand versetzt werden. Historisch wurde Terrazzo bereits in der Antike verwendet und erlebt heute eine Renaissance in modernen Designs. Die Vielfalt an Farben und Mustern ist nahezu unbegrenzt. Terrazzo eignet sich hervorragend fĂŒr stark frequentierte Bereiche wie Eingangshallen, FlughĂ€fen und öffentliche GebĂ€ude. Eine professionelle Sanierung kann selbst stark abgenutzten Terrazzo-Böden neuen Glanz verleihen.
Betonwerkstein
Ein kĂŒnstlich hergestellter Stein, der aus einer Mischung von Zement, Wasser und Gesteinskörnungen besteht. Betonwerkstein kann in vielen Formen, Farben und OberflĂ€chenstrukturen hergestellt werden und ist eine kostengĂŒnstige Alternative zu Naturstein. Er wird hĂ€ufig fĂŒr Fassadenelemente, Treppen, BodenbelĂ€ge und architektonische Details verwendet. Moderne Betonwerksteine können Naturstein tĂ€uschend echt imitieren. Die OberflĂ€che kann geschliffen, poliert oder strukturiert werden. Eine ImprĂ€gnierung schĂŒtzt vor Verschmutzung und erleichtert die Pflege.
Feinsteinzeug â
Eine Art von Keramikfliese, die bei sehr hohen Temperaturen (ĂŒber 1200°C) gebrannt wird, was sie extrem dicht, hart und widerstandsfĂ€hig gegen Abrieb, Flecken und Feuchtigkeit macht. Feinsteinzeug hat eine Wasseraufnahme von weniger als 0,5% und ist daher frostbestĂ€ndig und fĂŒr den AuĂenbereich geeignet. Es ist in unzĂ€hligen Designs erhĂ€ltlich, darunter tĂ€uschend echte Naturstein-, Holz- und Betonoptiken. Feinsteinzeug ist besonders pflegeleicht und hygienisch, was es ideal fĂŒr Badezimmer, KĂŒchen und gewerbliche Bereiche macht. Trotz der hohen HĂ€rte sollte bei der Reinigung auf scheuernde Mittel verzichtet werden.
Verfahren und Techniken
Reinigung
Grundreinigung
Eine intensive Reinigung zur Entfernung von alten Pflegemittelschichten, hartnĂ€ckigem Schmutz und anderen Verunreinigungen. Hierbei kommen je nach Steinart und Verschmutzungsgrad basische oder saure Grundreiniger zum Einsatz. Die Grundreinigung ist oft der erste Schritt vor einer Sanierung oder NeuimprĂ€gnierung. Sie entfernt Wachsschichten, Polymerbeschichtungen und tief sitzenden Schmutz, der sich ĂŒber Jahre angesammelt hat. Nach der Grundreinigung zeigt sich der wahre Zustand des Steins, und es kann entschieden werden, ob weitere MaĂnahmen wie Schleifen notwendig sind. Eine professionelle Grundreinigung erfolgt mit speziellen Maschinen und Reinigungsmitteln, die auf die jeweilige Steinart abgestimmt sind.
Spezialreinigung
Die gezielte Entfernung von speziellen Flecken wie Ăl, Fett, Rost, Zementschleier oder organischen VerfĂ€rbungen. HierfĂŒr werden spezielle Reinigungsmittel und Techniken angewendet. Ălflecken erfordern beispielsweise alkalische Reiniger oder Poultice-Verfahren (Umschlagmethode), bei denen ein Reinigungsmittel mit einem TrĂ€germaterial auf den Fleck aufgetragen wird. Rostflecken werden mit sĂ€urehaltigen Spezialreinigern behandelt, wobei bei kalkhaltigen Steinen besondere Vorsicht geboten ist. Zementschleier, der nach Bauarbeiten zurĂŒckbleibt, wird mit sauren Zementschleierentfernern beseitigt. Jede Fleckenart erfordert eine individuelle Behandlung, um den Stein nicht zu beschĂ€digen.
Fugenreinigung
Die Reinigung der Fugen, die oft stark verschmutzt sind und das Gesamtbild des Bodens beeintrĂ€chtigen. Fugen sind aufgrund ihrer rauen Struktur besonders anfĂ€llig fĂŒr Schmutzablagerungen. Mit speziellen FugenbĂŒrsten, Dampfreinigern oder chemischen Fugenreinigern werden VerfĂ€rbungen, Schimmel und Schmutz entfernt. In manchen FĂ€llen ist eine mechanische Reinigung mit rotierenden BĂŒrsten notwendig. Nach der Reinigung können die Fugen mit einer Fugenversiegelung geschĂŒtzt werden, die das erneute Eindringen von Schmutz verhindert. Saubere Fugen tragen erheblich zur optischen Aufwertung des gesamten Bodens bei.
Schleifen
Planschliff / Grobschliff
Der erste Schleifgang bei der Sanierung von Natursteinböden. Mit groben Diamantwerkzeugen (Körnung 50-200) werden ĂberzĂ€hne (Höhenunterschiede zwischen den Platten), tiefe Kratzer und starke Verschmutzungen entfernt. Das Ergebnis ist eine plane, ebene OberflĂ€che. Der Planschliff ist besonders wichtig bei alten Böden, die ĂŒber Jahre ungleichmĂ€Ăig abgenutzt wurden. Dabei wird Material abgetragen, bis alle Unebenheiten beseitigt sind. Dieser Schritt erfordert schwere, professionelle Schleifmaschinen und viel Erfahrung, um ein gleichmĂ€Ăiges Ergebnis zu erzielen. Nach dem Planschliff folgen weitere SchleifgĂ€nge mit immer feineren Körnungen.
Reinigungsschliff
Ein leichterer Schleifgang, der zur Entfernung von oberflĂ€chlichen Kratzern, Laufspuren und Verschmutzungen dient. Der Reinigungsschliff wird mit mittleren Körnungen (400-800) durchgefĂŒhrt und trĂ€gt nur wenig Material ab. Er eignet sich fĂŒr Böden, die noch relativ gut erhalten sind, aber ihren Glanz verloren haben oder leichte Gebrauchsspuren aufweisen. Der Reinigungsschliff ist eine kostengĂŒnstige Alternative zum vollstĂ€ndigen Sanierungsschliff und kann die Lebensdauer eines Bodens erheblich verlĂ€ngern. Nach dem Reinigungsschliff wird der Boden poliert und imprĂ€gniert.
Sanierungsschliff
Ein umfassender Schleifprozess, der mehrere SchleifgĂ€nge mit unterschiedlichen Körnungen umfasst, um eine stark beschĂ€digte OberflĂ€che wiederherzustellen. Der Sanierungsschliff beginnt mit dem Planschliff (grobe Körnung) und arbeitet sich ĂŒber mehrere Zwischenschritte bis zur Politur vor. Je nach Steinart und gewĂŒnschtem Finish können 5-10 SchleifgĂ€nge notwendig sein. Bei Marmor und anderen kalkhaltigen Steinen folgt oft eine Kristallisation zur OberflĂ€chenverdichtung. Der Sanierungsschliff ist die grĂŒndlichste Form der Steinrestaurierung und kann selbst stark beschĂ€digten Böden wieder zu neuem Glanz verhelfen.
Nassschleifverfahren
Ein Schleifverfahren, bei dem Wasser zur KĂŒhlung der Diamantwerkzeuge und zum Binden des Schleifstaubs eingesetzt wird. Dies ermöglicht ein nahezu staubfreies Arbeiten und schont die Werkzeuge. Das Nassschleifen ist das Standardverfahren bei der professionellen Steinsanierung. Das entstehende Schleifwasser wird kontinuierlich abgesaugt und entsorgt. Der Einsatz von Wasser verhindert eine Ăberhitzung des Steins und der Werkzeuge, was zu besseren Ergebnissen fĂŒhrt. Allerdings erfordert das Nassschleifen leistungsstarke Nasssauger und eine sorgfĂ€ltige Abdichtung angrenzender Bereiche.
Trockenschleifverfahren
Ein Schleifverfahren, das ohne Wasser auskommt. Hierbei ist eine effektive Staubabsaugung unerlĂ€sslich, um die Staubbelastung zu minimieren. Das Trockenschleifen wird vor allem bei kleineren FlĂ€chen, Treppen oder in Bereichen eingesetzt, wo Wasser problematisch wĂ€re. Moderne Trockenschleifmaschinen verfĂŒgen ĂŒber integrierte Absaugsysteme mit HEPA-Filtern. Der Vorteil des Trockenschleifens liegt in der schnelleren Arbeitsweise und der Vermeidung von Feuchtigkeit. Allerdings ist die Staubentwicklung höher als beim Nassschleifen, weshalb eine professionelle Absaugung zwingend erforderlich ist.
OberflÀchenveredelung
Polieren
Nach dem Schleifen wird der Stein mit immer feineren Diamantpads (Körnung 1000-3000 und höher) poliert, um den gewĂŒnschten Glanzgrad zu erreichen. Die Politur erfolgt in mehreren Stufen, wobei jeder Schritt den Glanz erhöht. Bei Marmor und Granit kann ein spiegelglatter Hochglanz erreicht werden. Die Politur verschlieĂt die Poren der OberflĂ€che teilweise und macht den Stein widerstandsfĂ€higer gegen Verschmutzung. Je nach Steinart und gewĂŒnschtem Finish kann zwischen Matt, Seidenmatt, Seidenglanz und Hochglanz gewĂ€hlt werden. Eine professionelle Politur erfordert Erfahrung und die richtigen Werkzeuge.
Kristallisation
Ein chemisch-mechanisches Verfahren zur OberflĂ€chenverdichtung von kalkhaltigen Steinen wie Marmor und Kalkstein. Dabei wird die OberflĂ€che mit einer KristallisationsflĂŒssigkeit (meist auf Basis von Metallsalzen) und einem Stahlwollpad unter Druck und Reibung bearbeitet. Die chemische Reaktion wandelt die oberste Schicht des Calciumcarbonats in eine hĂ€rtere Kristallstruktur um, was zu einer Erhöhung der HĂ€rte und des Glanzes fĂŒhrt. Die Kristallisation schĂŒtzt den Stein vor Abrieb und Kratzern und verleiht ihm einen dauerhaften, tiefen Glanz. Das Verfahren sollte regelmĂ€Ăig wiederholt werden, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
ImprÀgnierung
Eine Schutzbehandlung, bei der ein ImprĂ€gniermittel tief in das Kapillarsystem des Steins eindringt und ihn von innen heraus schĂŒtzt. Die ImprĂ€gnierung ist diffusionsoffen, das heiĂt, der Stein kann weiterhin atmen und Feuchtigkeit von unten nach oben abgeben. Sie schĂŒtzt vor dem Eindringen von Wasser, Ăl, Fett und Schmutz, ohne die Optik des Steins zu verĂ€ndern. Es gibt verschiedene Arten von ImprĂ€gnierungen: wasserabweisend, öl- und wasserabweisend, sowie farbvertiefend. Die Wahl des richtigen ImprĂ€gniermittels hĂ€ngt von der Steinart, der Beanspruchung und dem gewĂŒnschten Effekt ab. Eine ImprĂ€gnierung sollte regelmĂ€Ăig erneuert werden.
Versiegelung
Im Gegensatz zur ImprĂ€gnierung bildet die Versiegelung einen Schutzfilm auf der SteinoberflĂ€che. Sie ist nicht diffusionsoffen und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit vollstĂ€ndig. Versiegelungen werden hauptsĂ€chlich bei rauen, strukturierten OberflĂ€chen oder im AuĂenbereich eingesetzt, wo ein besonders hoher Schutz erforderlich ist. Sie können matt, seidenmatt oder glĂ€nzend sein und verĂ€ndern oft die Optik des Steins. Versiegelungen mĂŒssen regelmĂ€Ăig erneuert werden, da sie mechanischer Abnutzung unterliegen. Bei unsachgemĂ€Ăer Anwendung kann es zu Feuchtigkeitsstau und SchĂ€den kommen, weshalb eine professionelle Beratung wichtig ist.
Farbvertiefung
Eine spezielle Art der ImprĂ€gnierung, die die natĂŒrliche Farbe und Struktur des Steins intensiviert und ihm ein frisches, sattes Aussehen verleiht. Farbvertiefer dringen in den Stein ein und heben die Farbpigmente optisch hervor, Ă€hnlich wie ein Stein aussieht, wenn er nass ist. Dieser Effekt ist besonders bei dunklen Steinen wie Schiefer, Basalt oder dunklem Granit beliebt. Farbvertiefende ImprĂ€gnierungen bieten gleichzeitig Schutz vor Wasser und Ăl. Sie eignen sich sowohl fĂŒr den Innen- als auch fĂŒr den AuĂenbereich und sind besonders bei Terrassen und Fassaden gefragt.
Reparatur
Spachtelarbeiten
Das Ausbessern von Rissen, Löchern, Abplatzungen und anderen BeschĂ€digungen mit speziellen Steinkitten oder Epoxidharzen, die farblich exakt an den Stein angepasst werden. Professionelle Spachtelarbeiten sind nach dem Schleifen und Polieren nahezu unsichtbar. ZunĂ€chst wird die beschĂ€digte Stelle gereinigt und vorbereitet, dann wird der Kitt aufgetragen und nach dem AushĂ€rten plan geschliffen. Bei gröĂeren SchĂ€den können mehrere Schichten notwendig sein. Die Farbauswahl erfolgt durch Mischen verschiedener Pigmente, um eine perfekte Ăbereinstimmung mit dem umgebenden Stein zu erreichen. Spachtelarbeiten sind eine kostengĂŒnstige Alternative zum Austausch beschĂ€digter Platten.
Vierungsarbeiten
Ein aufwendiges Verfahren zur Reparatur von stark beschĂ€digten Stellen, bei dem ein Teil des Steins prĂ€zise herausgeschnitten und durch ein passendes ErsatzstĂŒck (Vierung) ersetzt wird. Die Vierung wird aus dem gleichen oder einem optisch sehr Ă€hnlichen Material gefertigt und exakt in die vorbereitete Ăffnung eingepasst. AnschlieĂend wird die Fuge verspachtelt und die gesamte FlĂ€che geschliffen, sodass die Reparatur kaum noch sichtbar ist. Vierungsarbeiten erfordern höchste handwerkliche PrĂ€zision und werden vor allem bei hochwertigen Natursteinböden angewendet, wenn Spachtelarbeiten nicht mehr ausreichen.
Probleme und SchÀden
Kratzer
Mechanische BeschĂ€digungen der OberflĂ€che, die durch das Verschieben von Möbeln, Steinchen unter den Schuhen, Haustiere oder andere harte GegenstĂ€nde verursacht werden. OberflĂ€chliche Kratzer können oft durch Polieren entfernt werden, tiefere Kratzer erfordern einen Schleifgang. Besonders weiche Steine wie Marmor und Kalkstein sind anfĂ€llig fĂŒr Kratzer. PrĂ€ventiv helfen Filzgleiter unter Möbeln, FuĂmatten im Eingangsbereich und die Vermeidung von Sand und Schmutz auf dem Boden. Bei hochglanzpolierten Böden sind Kratzer besonders sichtbar, weshalb eine regelmĂ€Ăige Pflege wichtig ist.
Flecken
VerfĂ€rbungen, die durch das Eindringen von FlĂŒssigkeiten wie Ăl, Fett, Rotwein, Kaffee, FruchtsĂ€ften oder anderen fĂ€rbenden Substanzen entstehen. Flecken sind besonders problematisch bei porösen, nicht imprĂ€gnierten Steinen. Je schneller ein Fleck behandelt wird, desto besser sind die Chancen, ihn vollstĂ€ndig zu entfernen. Organische Flecken (Wein, Kaffee) werden anders behandelt als Ălflecken oder Rostflecken. Bei hartnĂ€ckigen Flecken kommen Poultice-Verfahren zum Einsatz, bei denen ein Reinigungsmittel mit einem saugfĂ€higen Material auf den Fleck aufgetragen wird. Eine prĂ€ventive ImprĂ€gnierung ist der beste Schutz vor Flecken.
Matte Stellen / LaufstraĂen
Bereiche auf dem Boden, die durch hĂ€ufige Begehung ihren Glanz verloren haben und abgenutzt aussehen. LaufstraĂen entstehen vor allem in Durchgangsbereichen, vor TĂŒren und in Fluren. Die Ursache ist der mechanische Abrieb durch Schuhe und Schmutzpartikel. Bei polierten Böden sind matte Stellen besonders auffĂ€llig. Durch einen Reinigungsschliff oder eine Nachpolitur kann der ursprĂŒngliche Glanz wiederhergestellt werden. Bei kalkhaltigen Steinen kann auch eine Kristallisation helfen. RegelmĂ€Ăige Pflege und das Entfernen von Sand und Schmutz können der Entstehung von LaufstraĂen vorbeugen.
VerÀtzungen
SchĂ€den, die durch den Kontakt mit sĂ€urehaltigen Substanzen wie Essig, Zitronensaft, Reinigungsmitteln mit niedrigem pH-Wert oder sauren Lebensmitteln entstehen. Besonders kalkhaltige Steine wie Marmor, Kalkstein und Travertin sind davon betroffen, da die SĂ€ure das Calciumcarbonat auflöst. VerĂ€tzungen zeigen sich als matte, raue Flecken, die den Glanz des Steins zerstören. Kleine VerĂ€tzungen können durch Polieren entfernt werden, gröĂere SchĂ€den erfordern einen Schleifgang. Die beste PrĂ€vention ist die Verwendung von pH-neutralen Reinigungsmitteln und das sofortige Aufwischen von sĂ€urehaltigen FlĂŒssigkeiten.
Abplatzungen und AusbrĂŒche
Kleinere oder gröĂere Materialverluste an der OberflĂ€che oder an den Kanten, die durch StöĂe, herabfallende GegenstĂ€nde oder andere mechanische Einwirkungen verursacht werden. Besonders gefĂ€hrdet sind Kanten von Treppenstufen, FensterbĂ€nken und Arbeitsplatten. Kleine Abplatzungen können mit Steinkitt repariert werden, gröĂere AusbrĂŒche erfordern Vierungsarbeiten oder den Austausch der betroffenen Platte. Bei Treppen können Kantenschutzprofile aus Metall prĂ€ventiv eingesetzt werden. Die fachgerechte Reparatur von Abplatzungen erfordert Erfahrung, um ein optisch ansprechendes Ergebnis zu erzielen.
Risse
Spalten im Stein, die durch mechanische Belastungen, Spannungen im Untergrund, Temperaturschwankungen oder natĂŒrliche Gegebenheiten im Gestein (z.B. Haarrisse) entstehen können. Risse können oberflĂ€chlich oder durchgehend sein. OberflĂ€chliche Risse werden mit Steinkitt verfĂŒllt und anschlieĂend geschliffen. Durchgehende Risse erfordern eine stabilisierende Behandlung, bei der der Riss mit Epoxidharz injiziert wird. In manchen FĂ€llen sind Risse Teil der natĂŒrlichen Steinstruktur und stellen keinen Mangel dar. Bei tragenden Elementen wie Treppen sollten Risse jedoch immer von einem Fachmann begutachtet werden.
ĂberzĂ€hne
Höhenunterschiede zwischen benachbarten Steinplatten, die bei der Verlegung entstehen können oder sich durch Setzungen des Untergrunds entwickeln. ĂberzĂ€hne sind nicht nur optisch störend, sondern auch eine Stolpergefahr. Sie entstehen durch ungleichmĂ€Ăigen Kleberauftrag, unebenen Untergrund oder nachtrĂ€gliche Bewegungen. ĂberzĂ€hne werden durch einen Planschliff entfernt, bei dem die höheren Platten abgeschliffen werden, bis eine ebene FlĂ€che entsteht. Bei gröĂeren Höhenunterschieden kann es notwendig sein, einzelne Platten neu zu verlegen. Eine fachgerechte Verlegung mit ausreichend Kleberbett verhindert die Entstehung von ĂberzĂ€hnen.
Fugenvertiefungen
Vertiefungen in den Fugen, die durch Abnutzung, unsachgemĂ€Ăe Reinigung oder Materialverlust entstehen. In diesen Vertiefungen sammelt sich Schmutz an, der das Gesamtbild des Bodens beeintrĂ€chtigt und schwer zu entfernen ist. Fugenvertiefungen können durch Nachverfugen behoben werden, wobei das alte Fugenmaterial teilweise entfernt und neues Material eingebracht wird. Bei stark abgenutzten Fugen ist eine vollstĂ€ndige Fugensanierung notwendig. Nach der Sanierung sollten die Fugen mit einer Fugenversiegelung geschĂŒtzt werden, um erneute Verschmutzung zu verhindern.
Maschinen und Werkzeuge
Einscheibenmaschine
Eine vielseitige, professionelle Reinigungsmaschine mit einer rotierenden Scheibe, die fĂŒr verschiedene Arbeiten wie Grundreinigung, Polieren, Kristallisation und Pflege eingesetzt wird. Die Maschine verfĂŒgt ĂŒber ein Gewicht von 40-70 kg, das fĂŒr den nötigen Anpressdruck sorgt. Je nach Anwendung werden unterschiedliche Pads oder BĂŒrsten montiert. Einscheibenmaschinen sind in verschiedenen GröĂen (Durchmesser 33-51 cm) und Drehzahlen (150-300 U/min) erhĂ€ltlich. Sie sind das Standardwerkzeug fĂŒr die professionelle Steinpflege und erfordern Erfahrung in der Handhabung.
Nassschleifmaschine
Eine schwere, oft mehrköpfige (3-4 Schleifköpfe) Schleifmaschine, die mit Diamantwerkzeugen bestĂŒckt ist und zur Sanierung von Natursteinböden im Nassschleifverfahren eingesetzt wird. Diese Maschinen wiegen zwischen 100 und 200 kg und arbeiten mit Wasserzufuhr zur KĂŒhlung und Staubbindung. Planetenschleifmaschinen haben mehrere rotierende Schleifteller, die gleichzeitig um eine zentrale Achse kreisen, was fĂŒr ein besonders gleichmĂ€Ăiges Schleifergebnis sorgt. Professionelle Nassschleifmaschinen sind teuer in der Anschaffung und erfordern Fachwissen in der Bedienung.
Wassersauger / Nasssauger
Ein leistungsstarker Industriesauger mit einem Fassungsvermögen von 50-80 Litern, der zur Aufnahme von Schmutzwasser nach der Nassreinigung oder dem Nassschleifen verwendet wird. Diese Sauger verfĂŒgen ĂŒber spezielle Filter und Pumpen, die auch gröĂere Wassermengen bewĂ€ltigen können. Sie sind unverzichtbar beim Nassschleifverfahren, da kontinuierlich Wasser abgesaugt werden muss. Hochwertige Nasssauger haben eine automatische Abschaltung bei vollem Tank und können auch fĂŒr die Trockenabsaugung verwendet werden.
Diamantwerkzeuge
Schleifwerkzeuge, die mit Industriediamanten besetzt sind â dem hĂ€rtesten bekannten Material. Sie werden in verschiedenen Körnungen (von grob 50 bis fein 3000 und höher) fĂŒr das Schleifen und Polieren von Naturstein verwendet. Man unterscheidet zwischen metallgebundenen Diamantwerkzeugen (Metallbonds) fĂŒr den Grobschliff und kunstharzgebundenen Diamantpads fĂŒr den Feinschliff und die Politur. Die Diamanten sind in einer Matrix eingebettet, die sich wĂ€hrend des Schleifens abnutzt und immer neue Diamanten freilegt. Die Wahl des richtigen Diamantwerkzeugs hĂ€ngt von der Steinart, der gewĂŒnschten Körnung und dem Schleifverfahren ab.
BĂŒrsten
Runde BĂŒrsten aus Nylon, Siliziumkarbid oder Naturborsten, die auf Einscheibenmaschinen montiert werden, um strukturierte, raue oder rutschfeste OberflĂ€chen zu reinigen oder zu bearbeiten. NylonbĂŒrsten eignen sich fĂŒr die schonende Reinigung, wĂ€hrend SiliziumkarbidbĂŒrsten fĂŒr das BĂŒrsten (Antikfinish) von Naturstein verwendet werden. Durch das BĂŒrsten erhĂ€lt der Stein eine matte, leicht strukturierte OberflĂ€che mit antikem Charakter. BĂŒrsten gibt es in verschiedenen HĂ€rtegraden und BorstenlĂ€ngen fĂŒr unterschiedliche Anwendungen.
Pads
Runde Scheiben aus Vliesstoff mit eingebetteten Schleifpartikeln, die unter Einscheibenmaschinen verwendet werden. Es gibt sie in verschiedenen HĂ€rtegraden, die durch Farben gekennzeichnet sind: Schwarz (sehr grob, Grundreinigung), Braun (grob, Reinigung), Rot (mittel, leichte Reinigung), WeiĂ (fein, Polieren), Beige (sehr fein, Hochglanzpolieren). Spezielle Diamantpads werden fĂŒr das Polieren von Naturstein verwendet. Die Wahl des richtigen Pads hĂ€ngt von der Steinart, dem Verschmutzungsgrad und dem gewĂŒnschten Ergebnis ab.
Stahlwollpad
Ein spezielles Pad aus feiner Stahlwolle (Grad 0 oder 00), das in Verbindung mit KristallisationsflĂŒssigkeit zur Kristallisation von kalkhaltigen Steinen wie Marmor und Kalkstein verwendet wird. Die Kombination aus mechanischem Druck, ReibungswĂ€rme und chemischer Reaktion erzeugt die Kristallisationsschicht. Stahlwollpads dĂŒrfen nur bei der Kristallisation eingesetzt werden und nicht fĂŒr andere Reinigungsarbeiten, da sie Kratzer verursachen können. Sie werden nach jedem Einsatz ausgetauscht, da sie sich schnell abnutzen.
Haben Sie Fragen zu einem Begriff?
Unser Team steht Ihnen gerne fĂŒr weitere ErklĂ€rungen und eine kostenlose Beratung zur VerfĂŒgung.